50 Jahre Jaguar Drivers’ Club Switzerland Jubiläumsanlass in Davos
Text und Bilder: Ulrich Frede

Check-In im Hotel Alpengold am Donnerstag
Ein Jubiläumswochenende voller Höhepunkte, Freude und Fahrspass
Vom 3. bis 6. September 2026 feierte der Jaguar Drivers’ Club Switzerland sein 50-jähriges Bestehen. Knapp 100 Teams kamen mit ihren Jaguar-, SS- und Daimler-Fahrzeugen nach Davos. Gemeinsam erlebten sie vier Tage, die eindrucksvoll zeigten, was den JDCS seit einem halben Jahrhundert auszeichnet: die Begeisterung für aussergewöhnliche Automobile, gelebte Freundschaften und die Freude am gemeinsamen Ausfahren.

Blick auf Davos aus dem komfortablen Hotelzimmer
Mit Gästen aus der Schweiz, England, Deutschland und Belgien sowie einer Jaguar-Enthusiastin aus Moskau erhielt das Jubiläum auch einen internationalen Charakter. Das Hotel AlpenGold bildete den würdigen Rahmen und war während des gesamten Wochenendes Ausgangspunkt und Aufenthaltsort der begeisterten JDCS-Familie.
Ein Auftakt mit Persönlichkeiten der Jaguar-Geschichte

Das professionell gestaltete Jubiläums-Festprogramm
Schon die Anreise der Ehrengäste war etwas Besonderes. Vorstandsmitglied Georg Dönni holte Michael Quinn sowie Keith Helfet und dessen Ehefrau am Flughafen Zürich ab. Die Wahl des Fahrzeugs war der Bedeutung des Anlasses angemessen: eine repräsentative Daimler DS 420 Limousine.
Michael Quinn ist der Enkel von William Lyons, dem Gründer von SS Cars und Jaguar. Durch seine Mutter Pat Quinn, vormals Pat Appleyard, ist er zudem eng mit der bedeutenden Rallyegeschichte der Marke verbunden. Seine persönlichen Erinnerungen ermöglichten faszinierende Einblicke in die Familie hinter Jaguar.
Mit Keith Helfet nahm eine weitere herausragende Persönlichkeit der britischen Automobilgeschichte am Jubiläum teil. Der langjährige Jaguar-Designer verantwortete mehrere vollständige Fahrzeugentwürfe. Sein bekanntestes Werk ist der legendäre Supersportwagen Jaguar XJ220. Auch die Geschichte des nie in Serie gegangenen XJ41, dessen gestalterische Ideen später im Aston Martin DB7 weiterlebten, gehört zu seiner aussergewöhnlichen Karriere.
Der offizielle Auftakt am Donnerstagabend fand im Ballsaal Seehorn des Hotels AlpenGold statt. Nach einem Aperitif und der Begrüssung folgte ein hochkarätig besetztes Podiumsgespräch. Clubredaktor Martin Sigrist führte durch die Diskussion mit Damian Donnellan, CEO von Jaguar Schweiz, Michael Quinn und Keith Helfet.

Der Saal mit festlich gedeckten Tischen - im Vordergrund steht das Windkanalmodell des XJ 220 für das Podiumsgespräch bereit
Die drei Gäste gewährten dem Publikum persönliche und teilweise überraschende Einblicke in die Geschichte, Gegenwart und Gestaltung der Marke Jaguar. Besonders die lebendige, humorvolle und kompetente Art der Gesprächsteilnehmer begeisterte das Publikum. Ein Teilnehmer brachte die Exklusivität des Moments augenzwinkernd auf den Punkt: «There are no journalists in that room, aren’t there?»

Moderator Martin Sigrist mit seinen Gästen Michael Quinn, Damian Donnellan und Keith Helfet
Das originale Windkanal-Modell des Jaguar XJ220 im Massstab 1:4, heute im Besitz von JDCS-Präsident Philipp Husistein, sorgte für einen zusätzlichen Blickfang und sollte im Verlauf des Wochenendes nochmals eine besondere Rolle spielen. Keith Helfet war sehr gerüht, als er es wieder sehen und berühren konnte. Musste er es doch aus Platzgründen abgeben.
Nach dem obligatorischen Drivers’ Briefing klang der erste Abend bei einem gemeinsamen Abendessen und angeregten Gesprächen aus. Bereits hier war jene freundschaftliche und entspannte Atmosphäre spürbar, welche das ganze Jubiläumswochenende prägen sollte.
Früher Start und freie Strassen

Herrlich freie Strassen zum Geniessen auf der Early-Bird Ausfahrt!
Am Freitagmorgen hiess es für die «Early Birds» besonders früh aufstehen. Bereits ab 4.30 Uhr standen Frühstückssäckli und Kaffee bereit, bevor die ersten Fahrzeuge um 5 Uhr gemäss Roadbook auf die Strecke gingen.
Der frühe Start wurde reich belohnt. Bei idealen Wetterbedingungen, auf weitgehend verkehrsfreien Strassen und vor einer eindrucksvollen Bündner Bergkulisse wurde die Ausfahrt für viele zu einem der Höhepunkte des Wochenendes. Ein Teilnehmer bezeichnete sie rückblickend als «den absoluten Hammer».

E-Type Series 2 und XK 120 machen Pause am Silsersee
Die weiteren Gruppen starteten nach dem Frühstück um 9 Uhr. Die abwechslungsreiche Strecke führte unter anderem über Tiefencastel und Lenzerheide und bot alles, was eine gelungene Clubausfahrt ausmacht: herrliche Passagen, spektakuläre Landschaften und viel Zeit, die eigenen Fahrzeuge in ihrem Element zu erleben.

Auf dem Weg zur Schatzalp
Am Abend ging es mit Shuttlebus und Standseilbahn hinauf zur Schatzalp. Das historische Berghotel, hoch über Davos gelegen, bot den perfekten Rahmen für den zweiten Jubiläumsabend. Nach dem Aperitif genossen die Gäste ein traditionelles Bündner Nachtessen. Die angeregten Gespräche an den Tischen zeigten, dass es an Erlebnissen, Erinnerungen und Jaguar-Geschichten nicht mangelte.

Ein Traum-Abend für den Apéro vor dem Jugendstil-Hotel Schatzalp
Der JDCS präsentiert sich im Zentrum von Davos

Einreihen zum Fototermin vor dem Hotel AlpenGold (Fotos siehe im Mitgliederbereich - nach Login)
Der Samstag begann mit einem öffentlichen Auftritt auf dem Parkplatz Metz im Zentrum von Davos. Die Fahrzeuge verliessen die Hotelgarage gruppenweise und trafen in präzisen Abständen auf dem Veranstaltungsplatz ein. Dort präsentierte sich die ganze Vielfalt der Jaguar-, SS- und Daimler-Geschichte einem interessierten Publikum.

Präsentation von fast 100 Club-Fahrzeugen auf dem Parkplatz Metz mitten in Davos
Präsident Philipp Husistein begrüsste die Teilnehmenden und Besucher mit einer persönlichen Ansprache. Anschliessend führte Martin Sigrist eloquent, fachkundig und mit viel Humor durch die Fahrzeugpräsentationen. Die Mischung aus historischen und modernen Modellen, klassischen Sportwagen und eleganten Limousinen begeisterte sowohl die Clubmitglieder als auch die zahlreichen Gäste.
Nach dem öffentlichen Teil starteten die beiden Gruppen zeitversetzt zur grossen Samstagsausfahrt. Jeweils die Hälfte der Fahrzeuge fuhr über den Albula beziehungsweise den Flüela nach St. Moritz. Die Rückreise erfolgte über die jeweils andere Route. Damit kamen alle Teilnehmenden in den Genuss beider Passstrassen.

Eintreffen zum reichhaltigen Mittagessen bei bester Gastfreundschat im Hotel Steffani in St. Moritz
Im Hotel Steffani in St. Moritz erwartete die Gäste ein gemeinsames Mittagessen. Das traditionsreiche Haus erwies sich einmal mehr als verlässlicher Gastgeber und verband herzliche Gastfreundschaft mit ausgezeichneter Kulinarik.

Jaguar-Designer Keith Helfet vor seinem "Baby" - wie er es nannte. Das Windkanalmodell des XJ 220.
Zurück in Davos folgte kurzfristig ein weiterer Höhepunkt. Keith Helfet berichtete anhand des ausgestellten XJ220-Modells im Massstab 1:4 über die Entstehung des Supersportwagens. Aus erster Hand erfuhren die Anwesenden, wie aus ersten Ideen und Skizzen eines der berühmtesten Jaguar-Modelle aller Zeiten entstand. Dazu wird ziemlich sicher mehr in der nächsten Jaguar Tribune zu lesen sein!
Ein festlicher Galaabend zum 50-jährigen Bestehen

"Appenzell Ost" - Die kleine Streichmusik bot "lüpfig"-traditionelle Unterhaltung
Am Samstagabend erreichte das Jubiläumswochenende seinen festlichen Höhepunkt. Nach dem Aperitif im Foyer versammelten sich die Gäste zum Galadinner im Ballsaal Seehorn.
Der Abend verband festliche Würde mit der für den JDCS typischen ungezwungenen Herzlichkeit. Ansprachen, Ehrungen und eine Preisverleihung blickten auf fünf Jahrzehnte Clubgeschichte zurück. Eine begleitende Bilderschau liess zahlreiche Ausfahrten, Reisen, Treffen und gesellschaftliche Anlässe wieder lebendig werden.

JDCS-Präsident Philipp Husistein bei seiner eindrücklichen und unterhaltsamen Jubiläums-Festrede
Für langjährige Mitglieder war dies ein emotionaler Rückblick auf viele gemeinsame Erlebnisse. Gleichzeitig zeigte der Abend, dass der JDCS auch für neue Mitglieder ein offenes und lebendiges Zuhause ist. So waren unsere Neumitglieder, die an diesem Wochenende ihren Einstieg in den Club erlebten, von der herzlichen Aufnahme und der besonderen Atmosphäre begeistert.
Mitglieder und Gäste nutzten den Abend bis spät in die Nacht für Gespräche, Erinnerungen und neue Begegnungen. Am Sonntagmorgen hiess es nach einem letzten gemeinsamen Frühstück Abschied nehmen und die individuelle Heimreise antreten.
Perfekte Organisation hinter den Kulissen
Ein Anlass dieser Grössenordnung gelingt nur, wenn im Hintergrund unzählige Details sorgfältig geplant und zuverlässig umgesetzt werden. Die nahezu gleichzeitige Ankunft von rund 100 Teams, die Registrierung, die Beschilderung der Fahrzeuge, mehrere Ausfahrten, Drivers’ Briefings, Transfers, Restaurantbesuche und ein öffentliches Fahrzeugtreffen stellten hohe Anforderungen an das Organisationsteam.
Trotzdem blieb die Atmosphäre während des gesamten Wochenendes freundlich, ruhig und entspannt. Viele Teilnehmende hoben hervor, dass das Gesamtresultat von A bis Z gestimmt habe: das Hotel, das Programm, die Administration, die Streckenwahl der Ausfahrten, die Gastronomie und vor allem das Wetter.
Ein besonderer Dank gilt dem gesamten Organisationskomitee, das in der Vorbereitung und während des Anlasses mit grossem Engagement für einen reibungslosen Ablauf sorgte.
Ein weiterer grosser Dank geht an unsere treuen Sponsoren des Anlasses.
Ein Club mit Geschichte und Zukunft
Für viele Mitglieder ist der JDCS weit mehr als ein Automobilclub. Viele persönliche Geschichten zeigen, was der Club in seinen ersten 50 Jahren bewirkt hat. Er bringt Menschen zusammen, vermittelt Wissen, schafft Freundschaften und bewahrt die Begeisterung für die Fahrzeuge und die Geschichte der Marke.
Das Jubiläumswochenende in Davos hat eindrucksvoll bewiesen, wie vital der Jaguar Drivers’ Club Switzerland nach fünf Jahrzehnten ist. Die Verbindung von Tradition und Offenheit, von sorgfältig gepflegten Klassikern und neuen Mitgliedern, von Fachwissen und Lebensfreude bildet eine ausgezeichnete Basis für die kommenden Jahre.
Oder, wie es ein Teilnehmer treffend formulierte:
«Schade, muss man nun wieder 50 Jahre warten!»
Auch allen Helferinnen und Helfern, und allen, die zu diesem gelungen Anlass beigetragen haben, gebührt grosser Dank für eine aussergewöhnliche Veranstaltung. Dieses Wochenende wird den Teilnehmenden noch lange in Erinnerung bleiben.
